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Die Aufklärung

Geschichte · Klasse 8 · aktualisiert am

Die Aufklärer forderten Vernunft, Toleranz, Gewaltenteilung und Menschenrechte. Ihre Ideen prägten die Unabhängigkeit der USA 1776 und die Französische Revolution 1789.

Die Aufklärung war eine geistige Bewegung im Europa des 18. Jahrhunderts. Ihr Kern: Jeder Mensch soll seine eigene Vernunft gebrauchen, statt Autoritäten blind zu folgen.

  1. 1687Isaac Newton: Principia
  2. 1689John Locke: Zwei Abhandlungen über die Regierung(Titelblatt: 1690)
  3. 1748Montesquieu: Vom Geist der Gesetze
  4. 1751Diderot, d’Alembert: Erster Band der Encyclopédie
  5. 1762Jean-Jacques Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag
  6. 1776Unabhängigkeitserklärung der USA
  7. 1784Immanuel Kant: „Was ist Aufklärung?“
  8. 1789Menschenrechte: Französische Revolution

Worum ging es?

Lange galt als wahr, was Kirche, Adel und Tradition sagten. Die Aufklärer stellten das infrage. Sie wollten die Welt mit Beobachtung und Vernunft erklären. Den Anstoß gaben Naturforscher wie Isaac Newton, der 1687 die Bewegung der Planeten mit wenigen Gesetzen beschrieb. Wenn sich die Natur so verstehen lässt, warum dann nicht auch Staat und Gesellschaft?

Wichtige Denker

PersonLebensdatenIdee
John Locke1632–1704Jeder Mensch hat natürliche Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum.
Montesquieu1689–1755Gewaltenteilung in Gesetzgebung, Regierung und Rechtsprechung
Voltaire1694–1778Toleranz, Kritik an Kirche und Willkür
Jean-Jacques Rousseau1712–1778Gesellschaftsvertrag, Herrschaft durch den Willen des Volkes
Denis Diderot1713–1784Wissen für alle in der Encyclopédie
Immanuel Kant1724–1804Mut zum Selbstdenken

Kants Antwort: Was ist Aufklärung?

Im Dezember 1784 erschien in der Berlinischen Monatsschrift Immanuel Kants Aufsatz „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“. Sein erster Satz wurde berühmt:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“

Unmündig ist für Kant, wer sich nicht traut, ohne Anleitung anderer zu denken. Daraus macht er den Wahlspruch der Aufklärung: „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Im Original von 1784 steht „Habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“.

Folgen der Aufklärung

Folge der Aufklärung

Die neuen Ideen blieben nicht in Büchern. Die Unabhängigkeitserklärung der USA vom 4. Juli 1776 beruft sich darauf, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und unveräußerliche Rechte haben. In Frankreich begann 1789 die Revolution. Am 26. August 1789 verabschiedete die Nationalversammlung die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Sie verlangt Gewaltenteilung und erklärt die Nation zur Quelle aller Staatsgewalt. Politische Rechte hatten allerdings zunächst nur männliche Bürger.

Häufige Fehler

  • Die Aufklärung war ein einzelnes Ereignis.

    Sie war eine lange Entwicklung über etwa ein Jahrhundert, mit vielen Denkern in ganz Europa.

  • Die Menschenrechte von 1789 galten sofort für alle.

    Politische Rechte bekamen 1789 zunächst nur männliche Bürger. Frauen blieben davon ausgeschlossen.

Übungen

Rechne erst selbst, dann vergleiche mit der Lösung.

  1. Erkläre, was mit dem Begriff „Aufklärung“ gemeint ist. Nenne zwei zentrale Ideen.

    Lösung zeigen zu Aufgabe 1

    Aufklärung meint den Versuch, die Welt mit der eigenen Vernunft zu verstehen, statt Tradition, Kirche oder Herrschern einfach zu glauben. Zentrale Ideen sind zum Beispiel Toleranz, Gewaltenteilung, Menschenrechte und Volkssouveränität.

  2. Was verlangt Montesquieu in „Vom Geist der Gesetze“ (1748)?

    Lösung zeigen zu Aufgabe 2

    Die Gewaltenteilung: Gesetzgebung, Regierung und Rechtsprechung sollen in verschiedenen Händen liegen und sich gegenseitig kontrollieren. So soll Machtmissbrauch verhindert werden.

  3. Beurteile, inwiefern die Französische Revolution als Folge der Aufklärung gesehen werden kann.

    Lösung zeigen zu Aufgabe 3

    Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 greift Ideen der Aufklärer auf: natürliche Rechte, Volkssouveränität und Gewaltenteilung. Ausgelöst wurde die Revolution aber auch durch Staatsschulden, Hunger und die Krise der Ständegesellschaft. Die Aufklärung lieferte also die Begründung, nicht allein den Anlass.

Quellen

  1. Enlightenment, Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. Was ist Aufklärung? Fragen an das 18. Jahrhundert, Deutsches Historisches Museum
  3. Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (Berlinische Monatsschrift, Dezember 1784, S. 481–494), Deutsches Textarchiv, BBAW
  4. Montesquieu, Stanford Encyclopedia of Philosophy
  5. Jean Jacques Rousseau, Stanford Encyclopedia of Philosophy
  6. Vor 225 Jahren: Frankreichs erste Verfassung, Bundeszentrale für politische Bildung
  7. LehrplanPLUS Gymnasium, Geschichte 8, Lernbereich 1, ISB Bayern

Erstellt mit KI-Unterstützung, Fakten gegen die genannten Quellen geprüft. Mehr dazu im KI-Hinweis.